Review: Bad Alchemy

STEIN URHEIM, das ist doch mal ein Name. Auf, man kann das ja nicht oft genug in den Fels meiseln, auf Stein Urheim (HUBROCD2529) also spielt er Gitarren, Slide Tambura, Fretless Bouzouki, Mandoline, Banjo, dazu auch noch Flöten, Mundharmonika, die chine- sische Zither Gu Qin und noch mehr, Jørgen Træn mischt sich dazu mit Modularsynthe- sizer und Effekten. Der Musik sind der steinige Norden, der Wilde Westen und der Ferne Osten allesamt nicht groß genug, Urheim schwingt sich auf kosmolodischen Schwingen jenseits von Raum und Zeit. Indische Psychedelik mischt er mit Bluegrassweirdness, die Appalachen versetzt er nach Hawaii. Er arpeggiert mit hohem Fahey-Faktor, er klampft und wimmert, dass sich jeder norwegische Drogendealer fragen muss, was er wohl für eine besondere Quelle hat. Hypnotisiert beginnt man die Sandkörner zu zählen, die in Zeitlupe durchs Stundenglas schweben. Mit den Uhren schmelzen die rechten Winkel. Der ‘Beijing Blues’ ist weder blauer noch gelber als die übrigen Kurierfahrten nach ‘Kosmoloda’. Aber Urheim stompt dazu, als hätten er und John Lee Hooker eine (Ur)-Großmutter vom Gelben Fluss gehabt. Große Entfernungen (‘Great Distances’) schrumpfen auf den Durchmesser eines Schädels, die Sonne geht im Osten unter, und nimmt dabei Tropfenform an. Alles biegt sich, krümmt sich zu Dünensilhouetten. Aber es pulsiert auch, es groovt und swingt wie nur ein Langstreckentrip auf der kosmischen Seidenstraße swingt. Das alles kommt nicht von Ungefähr, der Mann aus Bergen ist schon auf Spiritual Non-believers von The Last Hurrah!! seinen weirden Neigungen gefolgt und ebenso mit seinem Album Kosmolodi (Hubro, 2012). Auf diesem Stein könnte der Feuervogel sein Ei ausbrüten.